Kleine Chronik

 

Vom Sommersitz der Römer zum Eifeldorf Immerath

 

Schon längst bevor unsere Ahnen sich hier niederließen,  wussten die alten Römer die Vorzüge dieses herrlichen Eifeltales zu schätzen. 
Ausgrabungen und Funde aus 1930iger Jahren lassen darauf schließen, dass etwa im 3. Jahrhundert nach Christus am Osthang der Kratermulde eine prächtige Villa entstand. Ein finanziell wohl gutgestellter Römer, so wird vermutet, ließ an dieser Stelle einen Gebäudekomplex mit Haupthaus, Stallungen und Gesindehäuser errichten.
Allein das Haupthaus hatte ein Frontlänge von etwa dreißig Metern und beherbergte fünfzehn Räume.

Erstmals urkundlich wird unser Dorf in einem Schutzbrief von König Konrad II. für das Kloster Springiersbach anno 1143 mit  Emgramenrode  erwähnt.  Eine Schenkungsurkunde des Pfalzgrafen Wilhelm aus dem Jahre 1144 beweist, dass Emgramenrode im Jahre 1136 in den Besitz des Klosters Springiersbach übergegangen ist.

Im Jahre 1475 wird in einem kirchlichen Protokoll auf eine Kapelle mit der Bezeichnung Ymgerait hingewiesen und schließlich heißt knapp 100 Jahre später (1569) der Ort in einem Visitationsprotokoll Imeraidt, was der heutigen Namensgebung schon sehr nahe kommt. Die jetzige Schreibweise findet man zum ersten Mal um 1650.
Nach Adam Wrede, in „Eifeler Volkskunde“, weisen die Orte mit der Endung „rat“ auf eine Entstehung durch eine Waldrodung hin.
Dies wiederum lässt vermuten, dass die ersten Gründer unserer Gemeinde ein dicht bewaldetes Tal vorfanden, dessen Besiedlung mühsame Rodungsarbeit erforderte.

Ab Mai des Jahres 1482 wurden drei Teile vom Zehnten (Steuer in Form von Geld oder Naturalien) an Graf Wilhelm, Sohn des Grafen Diedrich III, Herr zu Manderscheid und Daun (1469 - 1498) gezahlt. Dazu kam es wie folgt: Graf Diedrich III teilte schon zu Lebzeiten sein Erbe unter seinen Söhnen Kuno, Johann und Wilhelm. Das führte zu Streit zwischen Wilhelm und seinem Vater, der darin gipfelte das Wilhelm Schloß Manderscheid in Besitz nahm während dieser im Krieg war. Er unterstützte auch die Feinde seines Vaters. Am 08. Mai 1482 gelang es dem damaligen Erzbischof Johann II von Trier einen Frieden zwischen den beiden auszuhandeln. Wilhelm bekam fortan 500 Gulden jährliche  Einnahmen. Darin enthalten waren auch drei Teile des Zehnten von Immerath. (Quelle: 2)

Philipp Ernst Graf und Herr von und zu Daun von 1637 – 1671 war auch Herr zu Sassenheim, Hollenfels zu Kalenborn und Immerath. (Quelle: 2)

Aus einer Rechnung aus dem Jahre 1779-1780 des Rentmeisters Johann Heinrich Komp, der damals im Dienste des 1780 verstorbenen Joseph Franz von Manderscheid-Blankenheim stand, geht hervor, dass die Herrschaft Daun 430 Taler einbrachte. Zur Herrschaft Daun gehörte nach der darin enthaltenen Aufstellung auch Immerath. (Quelle: 2)

 

Ein paar statistische Daten aus der Geschichte
 

Immerath zählte im Jahre 1557 siebzehn Einwohner, 1563 deren achtzehn (3 auf den Heckenhof), und 1587 waren es zwanzig Einwohner.
1624 zählte man siebzehn Feuerstellen oder Wohnhäuser. Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich pro Haus (Feuerstelle) fünf Personen wohnten.
Die Einwohnerzahl zwischen 1557 und 1625 schwankte zwischen 85 und 105.
1625 ernährten sich  15  von den 17 Familien durch die Landwirtschaft, einer war Hirte und eine Person ohne erkennbaren Beruf. Handwerker gab es in Immerath zu diesem Zeitpunkt nicht.
1624 werden in Immerath 26 Pferde, 99 Schafe und 4 Bienenstöcke gezählt.
In der Steuerliste von 1733 werden 18 Eingesessene, 4 Witwen und 9 Beisassen, 31 Haushalte und 58 Steuerpflichtige gezählt. 
1816 betrug die Seelenzahl 187,  1850 gab es in Immerath 36 Wohnhäuser und 203 Einwohner, auf dem Heckenhof lebten zwei Familien mit zehn Familienmitgliedern und auf der Immerather Mühle hatte der Müller ebenfalls zehn Personen zu ernähren.
1970 hatte das Dorf 297 Einwohner, 1985 wurden 265 Einwohner gezählt.
Zum 30.05.2000 lag die Einwohnerzahl bei 274. (Quelle 1)

Maße und Gewichte

Das Maß für Frucht war in der kurfürstlichen Zeit das Dauner Malter. Es enthielt 12 Fass á 22 Liter. Ein Fass war erst voll wenn es gehäuft war, nicht gestrichen.

Für Flüssigkeiten galt ein „Maaß“ zu 4 Schoppen, wobei jeder Schoppen etwa 1,5 Liter fasste.

1793 hatte Daun eine eigene Elle. Diese war 0,56879 Meter lang.

Gewichte wurden in Pfund gemessen. So wie es heute noch als halbes Kilogramm bekannt ist. (Quelle 2)

Geld

Die Immerather zahlten im Jahre 1563 einen Gulden und drei Ort Steuern. (Quelle 2)

Im Jahr 1877 war der Reichstaler 2 Mark und 58 Pfennig wert. 8 Heller waren eine Albus. 54 Albus ergaben einen Taler. Der Albus wurde auch Weißpfennig genannt und war eine seit 1360 geprägte Silbermünze. Anfangs war auch der Heller aus Silber. Die Qualität wurde jedoch im Laufe der Zeit schlechter und irgendwann bestand er nur noch aus Kupfer. Es wurde unterschieden zwischen roten (halbkupfernen) und schwarzen (komplett aus Kupfer bestehenden) Hellern. Bei größeren Mengen wurden die kleineren Silber- und Kupfermünzen in Pfund gewogen. Der Gulden oder auch Florin war ursprünglich eine Goldmünze die im Laufe der Zeit auch in Silber geprägt wurde. Man unterschied dann den Gulden und den Goldgulden. Der wurde auch rheinischer Gulden genannt. 8 Goldgulden waren eine Unze, 64 Unzen (ab 1409 72 Unzen) bildeten eine feine Mark Silber. Eine feine Mark Silber entsprach nach der Reichsmünzordnung von 1559 neun Reichstalern. Ab dem 29. März 1764 entsprach sie dann 14 Reichstalern. Ferner gab es hier auch den „Turnofen“. Eine in Frankreich geprägte Münze von einem Franc. Das entsprach im Jahr 1877 80 Pfennigen. Ein Pfund kleiner schwarzer Turnofen entsprach einem Königsdenar. 15 kleine schwarze Turnofen waren ein großer Turnos oder Königsturnofen. 12 Königsturnofen ergaben einen Goldgulden und 16 Königsturnofen waren soviel wie ein Gulden-Schild. (Quelle 2)

Die Goldmark des Deutschen Reiches von 1873 bis 1899 hatte etwa die Kaufkraft von 9,86 Euro.  (Quelle 3).

Quellen:

1) Trierer Feuerbuch von 1563,  Edition 2003 von dem Koblenzer Archivar Peter Brommer

2) Beschreibung des Pfarrbezirks Daun insbesondere Geschichte der Grafen von und zu Daun, Wilh. Hoersch -Pfarrer zu Daun-,

A. Schneider' sche Buchdruckerei, 1877

3) http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_1871